Trostlose Aussichten im Dezember

Liebe FreundInnen der großen Kleinkunst!

Bis Ende November mussten wir 100.000 Tote in der Corona-Krise beklagen. Ich denke, viele von Ihnen könnten noch leben, gäbe es nicht zu Viele, die ihre Individualität, verantwortungslos und wenig solidarisch ausleben. Menschen die laut schreien: „Wir sind das Volk“, denen aber die Unversehrtheit eben jenes Volkes, offensichtlich nicht ganz so wichtig ist. Schuld sind aber auch die PolitikerInnen die mehr aus Eigennutz handeln, als Ihrer eigentlichen Aufgabe, nämlich Schaden von ihrem BürgerInnen abzuwenden. Im ersten Jahr konnte man noch Verständnis aufbringen für manch nicht so gelungene Strategie. Auch für die PolitikerInnen war eine solche Pandemie Neuland. Jetzt ist dieses Verständnis in der vierten Welle, vollkommen aufgebraucht. Nicht nur wegen der skandalösen Vorgänge bspw. bei der Maskenbeschaffung. Selbst Brasilien, daß von einem gefährlichen, trumpähnlichen Populisten regiert wird, hat eine Impfquote von über 90%. Geschweige denn unsere europäischen Nachbarn, die mit flächendeckenden 3G Modellen schon im Sommer begonnen haben und heute vergleichsweise gut dastehen. Ausbaden müssen wir das alle.

Mein Metier aber ist die Kultur. Die war schon geschlossen als in Bayern noch, völlig ungeschützt, Kommunalwahlen abgehalten wurden. Seit jenem März 2020, arbeitet unsere Bühne in einem Ausnahmezustand. Wir waren und sind immer bemüht, einer vielfältigen Kultur dem Raum zu bieten, der es unserer Meinung nach, gebührt. Dabei haben wir bisher alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, vollumfänglich mitgetragen. So widersinnig und unausgegoren sie auch waren und sind! Das können wir nun nicht mehr. Insbesondere die willkürliche Kapazitätsbeschränkung, trotz 2G plus und Maskenpflicht, ist für alle KünstlerInnen und Veranstalter ein quasi Verbot zur Ausübung unseres Berufes. Trotz staatlicher und kommunaler Unterstützung können wir unseren Betrieb so nicht mehr betreiben. Der Hofgarten hat auch während der Pandemie bewiesen das wir verantwortungsvoll und umsichtig arbeiten können um beste Unterhaltung, bieten zu können. Fast 100 Veranstaltungen haben wir seit März 2020 durchgeführt. Bei keiner einzigen kam es zu einer Aufforderung zur Nachverfolgung von Kontakten. Diese Kontaktnachverfolgungen, paradoxerweise seit dem 15. Oktober in Bayern nicht mehr notwendig, wurden von den Betreibern der Luca-App für den Monat Oktober ausgewertet und das Ergebnis veröffentlicht. 181.000 Warnmeldungen gingen demnach ein. Lediglich 0,9% entfielen dabei auf Theater, Museen, Kultur.

Nun machen wir wieder zu und hoffen im Neuen Jahr endlich wieder für sie da sein zu können. Schützen sie sich und andere und bleiben Sie gesund.

Axel Teuscher
Hofgarten-Kabarett Aschaffenburg